Friday, 13 April 2018

Wie benutzt man eine Rettungsleine im Gestrick

Dieser Gastbeitrag wurde von Jody Richards, Gründerin und Editorin des Knotions Magazine, geschrieben. Sie strickt und häkelt seit mehr als 30 Jahren und ist eine der Ersten Ravelrynutzer.

Weitere hilfreiche Tutorials findet man auf der Knotions Seite, ausserdem auch in dem letzten Tücher eBook von Knotions - ShawlStar.

Bei Knotions sind alle Anleitungen kostenlos und “mobile” freundlich, für Tablets als auch für Smartphones und natürlich auch als PDF.



Nicht nur beim Lacestricken
Rettungsleinen helfen nicht nur beim Lacestricken! Lest und lernt, wie man sie für jedes Gestrick nutzen kann. Egal wie viel Erfahrung ihr habt, Rettungsleinen können viel Zeit sparen und Nerven schonen, wenn mal was daneben geht.

Damit das klar ist - es WIRD etwas schiefgehen. Man könnte:

  • Eine Strickschrift falsch lesen.
  • In der falschen Reihe wieder beginnen.
  • Einfach vergessen, wo man gerade ist.

Wenn eines dieser Dinge geschieht und man es ein paar Reihen weiter realisiert, eine Rettungsleine ist ein Lebensretter.

Grossartig auch zum Waschen
Eine andere Möglichkeit der Rettungsleine, man kann die Arbeit vor dem beenden waschen. Ich bin ein grosser Anhänger davon, z.B. bei Anleitungen von oben nach unten gestrickt. Garn neigt tendenziell zu wachsen und wer will schon mehr stricken, als unbedingt nötig.

Nach einem wichtigen Abschnitt
Ich benutze Rettungsleinen nach dem ich einen Abschnitt fertig habe und der gut aussieht. Das ist eine Möglichkeit zu sagen “soweit sieht es gut aus.”

Ich persönlich HASSE Rippen zu stricken, deshalb ziehe ich danach eine Rettungsleine ein. Falls ich dann auftrennen muss, muss ich das Rippengestrickt nicht mit trennen. Ehrlich DAS muss ich kein zweites Mal stricken.

Rettungsleine einziehen


Eigentlich ist es ganz einfach eine Rettungsleine einzuziehen.

Wenn eine Reihe fertig ist:

Eine stumpfe Nadel mit einem weichen Faden versehen ( ich benutze dafür einen weichen Baumwollfaden). Eine Kontrastfarbe zu benutzen macht es einfacher.


Fädelt das Garn durch die ganze Reihe und überkreuzt alle Maschenmarkierer. Ich benutze die Stricknadel und das Kabel, um mir zu helfen. Wichtig ist, dass man KEINE Masche verpasset. Es ist leicht, einen Umschlag zuübersehen oder etwas falsches bei Zunahmen zu tun, deshalb die Rettungsleine am besten in Reihen ohne Muster einziehen.

Wenn die Rettungsleine eingezogen ist, sicher stellen dass das “Rettungsgarn” die Arbeit nicht zusammenzieht oder dicker macht. Dann das Garn auf doppelter Weite abschneiden und die Enden zusammen knoten - und nochmal es darf die Arbeit nicht zusammen ziehen.


Enden zusammen knoten.



WICHTIG: Nicht vergessen, in welcher Reihe man die Rettungsleine eingezogen hat. Am einfachsten ist es, wenn man es nach einem Raport macht. Wenn das nicht passt, muss man es an anderer Stelle tun und sich die Reihe markieren. Hier ein paar Möglichkeiten:

  • In einer gedruckten Strickschrift anzeichnen.
  • Notiz im Ravelryprojekt.
  • Reihe im Handy markieren.
Das sind nur Ideen - wichtig ist, es einfach zu MACHEN.

Wenn es nötig ist die Rettungsleine zu benutzen
Wenn ihr, wegen eines Fehlers, ein Stück auftrennen müsst, habt keine Angst davor, dehshalb habt ihr ja die Rettungsleine eingezogen!

Einfach die Nadel raus ziehen und trennen. So lange ihr alle Maschen entlang der Rettungsleine wieder aufnehmt, fallen keine Maschen unterhalb dieser Reihe.

Nach dem ihr getrennt habt, die Nadel wieder in die Arbeit einziehen und von dieser Stelle aus weiter stricken.

Also, wenn die Nadel wieder in der Arbeit ist, seid ihr fertig zum weiter stricken! Sicherstellen, dass ihr in der richtigen Reihe weiter macht (ihr habt ja einen Vermerk, s.o. richtig?) und nicht die Rettungsleine erwischen, wenn ihr diese erste Reihe strickt.

Eine andere Möglichkeit der Rettungsleine

So viele verschiedene Möglichkeiten es zum stricken gibt, so viele Wege gibt es auch eine Rettungsleine zu ziehen.

Wenn ihr austauschbare Nadeln nutzt, könnt ihr das kleine Loch zum festziehen der Nadelspitzen nutzen.

Nutzt euere austauschbaren Nadelspitzen dafür.

Schritt 1: Schaufelt alle Maschen auf den Metallteil der Arbeit.

Schritt 2: Fädelt die Rettungsleine durch das kleine Loch, locker verknoten (ich meine wirklich locker, ihr müsst es später wieder lösen).


Schritt 3:
Schiebt die Maschen auf das Seil, es rutscht damit auf die Rettungsleine.

Schritt 4:
Knoten lösen und die Enden der Rettungsleine verknoten.


 Schritt 5: Normal weiter stricken, darauf achten die Rettungsleine nicht mitstricken.


Probiert es mal mit einer Rettungsleine


Ich habe euch zwei Möglichkeiten aufgezeigt, eine Rettungsleine einzuziehen und wieder zu entfernen.

Ebenso eine Auswahl an Ideen, die Rettungsleine zu nutzen - es ist Mehr als nur zum Lacestricken.

Probiert es einfach! Es spart Zeit und macht die Arbeit einfacher!

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Friday, 23 March 2018

Zwei Socken gleichzeitig stricken

Es ist allgemein bekannt, dass ein/e Stricker*In, der/die im Besitz einer einzelnen handgestrickten Socke ist, diese verpartnern  muss. Es ist jedoch auch eine traurige Tatsache, dass viele Stricker*Innen in das gefürchtete "Second Sock Syndrome" fallen und sich nicht aufraffen können, die zweite Socke zu stricken. Die Heilung für diese Krankheit ist einfach: Zwei Socken gleichzeitig stricken!

Zwei Socken auf einmal zu stricken ist genau das, wonach es sich anhört. Dies kann mit der Magic-Loop-Technik (Stricken beider Socken auf einer langen Rundnadel) oder mit 2 kürzeren Rundnadeln gemacht werden. Für diesen Beitrag verwenden wir ein kostenloses Muster auf Ravelry, Rye von Tin Can Knits, um zu zeigen, wie man zwei Socken auf einmal strickt. Wir werden die Socken in der Kindergröße stricken, aber wenn  keine Kinderfüße zu bestricken sind, kann man diese Technik üben und ein warmes Paar Socken für sich selbst stricken.

Für diese Technik, sollte man Basiswissen im Sockenstricken haben, wenn nicht dann kann man es hiermit lernen Learn to Knit Socks video series from Very Pink Knits.






Das braucht man:
Garn; 1 - 2 Knäuele mittelstarkes Garn
Nadeln: Nadelstärke 3,25 und 3,75mm, lange Rundnadel 100 cm oder 2 kurze Rundnadeln 40 oder 60 cm lang
Evtl. Maschenmarkierer, Stopfnadel zum vernähen der Fäden

Wir werden die Socken mitMagic Loop stricken, aber es gibt auch Informtionen bei VeryPink.com, wie man die Socken auf zwei Rundstricknadeln stricken kann. Wer noch nie mit Magic Loop gestrickt hat findet bei Craftsy die passenden Hinweise.

Rye ist eine Anleitung von oben nach unten, heisst man beginnt am Schaft, arbeitet über die Ferse zum Fuss und zu den Zehen.  Selbstverständlich kann man diese Technik auch umgekehrt , heisst von den Zehen zum Schaft, verwenden!

Es ist hilfreich,vor dem Start das Garn in zwei Hälften zu teilen (es sei denn man hat zwei 50g Knäuele), dann hat man für jede Socken ein extra Knäuel. Natürlich kann man das Knäuel auch von innen und aussen (Ninja magic) verwenden, aber beim ersten Mal ist es mit zwei Knäuelen deutlich einfacher.

Schritte 1: Maschen anschlagen
Der Maschenanschlag ist ein wenig fummelig, aber sobald man mit dieser Technik vertraut ist, versteht man, wie alles zusammen passt. Man schlägt die erste Hälfte der geforderten Maschen für Socken A mit dem ersten Knäuel an und schiebt die Maschen auf das Seil. Jetzt nimmt man das zweite Knäuel und schlägt die komplette Maschenzahl für Socken B an.



Auch die Maschen von Socken B in die Mitte des Seiles schieben. Jetzt zieht man vorsichtig das Seil in der Mitte der Maschen von Socken B heraus, so dass eine Hälfte der Maschen auf der rechten Seite und die andere Hälfte der Maschen auf der linken Seite der Schlaufe ist. Habt ihr es bis hier hin verstanden? Zum Schluss wird die andere Hälfte Maschen von Socken A angeschlagen. Puh! Geschafft!




Schritt 2: Zur Runde schliessen
Jetzt sind wir bereit die Runde zu schliessen. Ihr zieht  jetzt die hintere Nadel und das Garn für Socken A zu der vorderen Nadel.Vorsichtig, nicht die Maschen verdrehen, die Runde für Socken A wird jetzt geschlossen und die erste Hälfte der Maschen A gestrickt. Als nächstes das Garn für Socken B nehmen und auch hier darauf achten die Maschen nicht zu verdrehen und dann die Hälfte der Maschen von B stricken. Arbeit drehen und die Maschen neu gruppieren. Jetzt arbeitet ihr erst mit den Maschen von B und strickt die 2. Hälfte von B. Danach das Garn für A aufnehmen und die 2. Hälfte der Maschen von Socken A stricken. Arbeit drehen und ihr seid zurück, am Anfang der Runde!



Auf diese Weise mit Magic Loop weiter stricken, bis der Schaft lang genug ist um mit der Ferse zu beginnen.




Schritt 3: Fersen
Auch in der “Zwei Socken gleichzeitig stricken Technik” kann jede Art von Ferse gestrickt werden. In der Rye Anleitung wird eine Zwickelferse gestrickt. Bei Magic Loop Methode ist die Ferse das einzige Stück, das für jede Socke extra gestrickt wird.

In diesem Fall wird zuerst die Fersenwand gestrickt, als in Hin- und Rückreihen mit der einen Hälfte der Maschen von A. Wenn die Fersenwand fertig ist, wird es ein wenig knifflig. Strickt über die Fersenwand und dann nehmt Maschen aus der einen Seite der Ferse A auf.Jetzt ruht die Ferse von Socken A, das Garn bleibt wo es ist.



Das Gleiche wiederholt ihr jetzt für Socken B, erst die Fersenwand stricken und dann Maschen an der einen Hälfte der Fersenwand aufnehmen.

Ab jetzt geht es wieder in der Runde weiter, die Maschen der Fussoberseite für B stricken, das Gleiche für A wiederholen.



Dann werden die Maschen für die zweite Fersenseite von Socken A aufgenommen, für Socken B ebenso. Die Ferse ist jetzt fast geschafft!



Die Arbeit wird jetzt rund um die Schlaufe fortgesetzt, so wie beim Schaft. Der einzige Unterschied sind die Abnahmen an den Fersenseiten (die aufgenommenen Maschen) am Anfang und am Ende der Ferse (das kreiert den Zwickel) so oft, bis ihr die ursprüngliche Maschenzahl erreicht habt.

Schritt 4: Fuss und Spitze
Fuss und Spitze der Socken werden genau so gearbeitet wie der Schaft. Es wird in Runden gestrickt, bis der Fuss lang genug um mit der Spitze zu beginnen. Es werden  an beiden Enden der Nadel Maschen abgenommen (Ober- und Unterseite der Socke) um die Spitze zu kreieren.



Um die Socken zu beenden, Garn abschneiden, aber einen lange Faden stehen lassen um die Socken im Maschenstich (Kitchener Stitch) zu schliessen. Diesen letzten Arbeitsschritt  für jede Socke extra.

Glückwunsch! Ihr habt jetzt das erste Paar “Zwei Socken gleichzeitig” beendet.



Hier noch ein paar Tricks und Tipps:

  • Bei dieser Methode ist es ziemlich leicht, die Wollknäuele zu verwechseln. Es macht deshalb Sinn die Knäuele jeweils in einem Behälter zu beherbergen und sie rechts bzw links von euch zu deponieren. Prima dafür geeignet sind die Garnschschalen oder Garnabroller.Im Notfall tun es aber auch zwei Zip lock Beutel!
  • Eine gute Idee ist es, die beiden Knäuele alle paar Runden zu entwirren, damit sie am Ende nicht hoffnunglos verwurschtelt sind. Das kann natürlich auch dadurch erreicht werden, dass man die Arbeit einmal links und das andere Mal rechts rum dreht. Wem das zu kompliziert ist, dem hilft das entwirren der Fäden.
  • Wenn ihr das Garn für die nächste Socke nehmt, nehmt es von der Rückseite eurer Arbeit, heisst euer Garn wartet dort bereits auf euch, wenn ihr die Arbeit dreht. Wenn ihr das vergesst, könnt ihr das Garn an die richtige Stelle ziehn, aber vorsichtig, dass es nicht aus Versehen einen Umschlag gibt!
  • Passt auf, dass die Übergänge immer schön fest angezogen sind, sonst gibt es unschöne “Leitern” in den Socken!


Zeigt uns eure “Zwei Socken gleichzeitig” Projekte in unserer Ravelry Gruppe oder bei Instagram, (nutzt den #knitproDEU wenn ihr postet) Vergesst nicht unseren tierischen Fotowettbewerb, der am 20 April zu Ende geht. Hier mehr Details!


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Friday, 9 March 2018

KnitPro Deutschlands Tierischer Fotowettbewerb

Helfen euch eure pelzigen Freunde beim stricken oder häkeln oder beim fotografieren eurer fertigen Werke(FO) oder der Projekte die noch in Arbeit (WIP) sind? Wir würden gerne eure besten und/oder lustigsten Bilder mit KnitPro Produkten und euren Haustieren sehen. Ihr habt kein Haustier? Seid kreativ - lasst euch was einfallen!


So geht’s
Macht ein Bild von euren liebsten KnitPro Produkten (WIP und FO Projekte, beides geht) und euren Haustieren. Jede Art von Handarbeit zählt!

Zeigt euer Bild bei Ravelry und ihr könnt einen unserer Preise gewinnen ( wichtig: 1 Bild pro Person, doppelte Einsendungen zählen nicht).

Das gibt es zu gewinnen
Ein/e glückliche/r Gewinner*In kann sich über ein Waves Häkelnadelset, ein Royale IC Midi Set oder ein Zing Nadelspielset freuen.

Denn Gewinner des Fotowettbewerbs geben wir Freitag den 27. April bekannt - alle Bilder die zwischen heute und dem 20. April gepostet werden, nehmen an der Verlosung teil. Hinweis: Wir behalten uns vor, noch zusätzliche Gewinne für besonders originelle Bilder zu verlosen!

Wir würden uns auch freuen, wenn ihr eure Bilder bei Instagram unter #KPFotowettbewerb und #knitproDEU einstellen würdet, aber das ist optional und zählt nicht zum Gewinnspiel!

Gratulation an Kilana! Wir schreiben unsere Gewinnerin an, um den Preis verschicken zu können.


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Friday, 23 February 2018

Überlisted die Steeks: Angstfrei in’s Gestrick schneiden

Steeking ist eine Technik die hauptsächlich beim mehrfarbigen Stricken in der Runde verwendet wird.  Einige extra Maschen werden hinzugefügt die später verstärkt und dann aufgeschnitten werden. “Steek” ist ein schottisches Wort, dass für die Anzahl der Maschen verwendet wird, die später aufgeschnitten werden.  Diese Technik ermöglicht es, mehrfarbige Muster in Runden und ohne Unterbrechungen und den lästigen Rückreihen für Armlöcher, Halsausschnitt und Vorderteile für Strickjacken.
Wenn z.B, eine mehrfarbige Strickjacke gestrickt wird, kann man die wie einen Pullover in der Runde stricken. Man fügt einfach ein kleines Feld extra Maschen in der Mitte der Vorderseite hinzu, das später aufgeschnitten wird um eine Strickjacke zu haben.
Beim Steeking wird am besten mit einem “nicht Superwash” ausgerüsteten, etwas rauherem Garn gestrickt, das hält die Maschen beim aufschneiden besser. Für die ersten Versuche empfehlen wir kein  Superwash Garn, weil  die normalerweise ziemlich glatt und rutschig sind. Traditionell werden Kleidungsstücke mit Steek mit Shetland Garn (Fair Isle Pullis und Jacken) oder aus Island Wolle ( wie bei den Norweger Pullovern) gestrickt.
Wenn ihr über ein mehrfarbiges Projekt nachdenkt, ist es am besten zuerst eine Maschenprobe zu stricken. Lasst es uns probieren!

Ihr braucht:
  • Eine Anleitung mit einem Farbdiagramm
  • Passendes Garn und Stricknadeln zur Anleitung
  • Eine Häkelnadel in der gleichen Stärke wie die Stricknadeln
  • 5 - 10 Meter robustes Restgarn
  • Maschenmarkierer
  • scharfe Schere

Optional:
  • Nähmaschine

Starten wir mit der Maschenprobe unseres mehrfarbigen Gestricks in der Runde und fügen 5 extra Maschen für das vertikale Feld, das später aufgeschnitten wird,  hinzu. Diese Maschenprobe hilft die passende Nadelstärke zu finden und  um sich mit dem Steek anzufreunden ( es ist immer gut, wenn  Maschenproben mehrere Aufgaben erfüllen!) Es sollte eine ausreichende Grösse gestrickt werden um die passende Maschenzahl zu finden (hier klicken und unseren letzten Blogbeitrag zu Maschneproben zu lesen). Für was auch immer eine Maschenprobe gestrickt wird, wir empfehlen ein Quadrat von 12,5 oder 15cm zu stricken. Darüber hinaus ist ein Design mit mehreren Farbwechseln für den ersten Versuch besser, weil dichtere Farbwechsel beim schneiden besser zusammenhalten.

Schritt 1: Die geforderte Maschenzahl für die Maschenprobe anschlagen ( nicht die 5 extra Maschen für den Steek vergessen!). Die erste Reihe der Maschenprobe in der Hauptfarbe stricken und am Ende der Reihe zur Runde schliessen. Aufpassen, dass die Maschen nicht verdreht sind und einen Maschenmarkierer, zum markieren des Rundenanfangs, einfügen. In der zweiten Runde einen 2. Maschenmarkierer, 5 Maschen vor Ende der Runde setzen. Jetzt noch 2 - 3 Runden in der Hauptfarbe stricken.

Schritt 2: Jetzt mit dem Stricken vom Diagramm beginnen. Man arbeitet jetzt die erste Runde, über alle Maschen des  Diagramms, mit Ausnahme der 5 Maschen der Runde ( die zwischen den beiden Markierern). in den meisten Fällen werden die Muster in 2 Farben pro Runde gestrickt, mit Ausnahme des Steeks, der wird 1 zu 1 abwechselnd gearbeitet.
Wenn man mit den Farben A und B arbeitet, strickt man den 5 Maschen Steek in A-B-A-B-A. In der nächsten Runde, wenn die gleichen Farben benutzt werden, werden die Farben im Steek gewechslet, also B-A-B-A-B.  Wenn man mit einer Farbe fertig ist, abschneiden und einen ca. 10cm langen Faden stehen lassen.
Am Ende der Maschenprobe noch 2 - 4 runden in der Hauptfarbe stricken und locker abketten.

Schritt 3: Wenn die Maschnprobe fertig ist, ist der nächste Schritt, die Maschen des Steeks, dort wo man schneiden will, zu sichern. Es gibt zwei Methoden, sichern mit der Nähmaschine oder mit der Häkelnadel. Wenn man mit der Nähmaschine vertraut ist, kann man rechts und links von der Mittelmasche des Steeks eine Naht setzen.
Wenn man mit der Nähmaschine nicht vertraut ist, kann man es auch mit der Häkelnadel sichern. auch hier rechts und links von der Mittelmasche des Steeks Kettmaschen häkeln. Vielleicht guckt ihr euch die bebilderte Anleitung auf  Kate Davies WebSite an Sichern und Schneiden.

Schritt 4: Sobald der Steek gesichert ist, ist es zeit zum Schneiden! Dafür braucht man eine scharfe Schere. Man schneidet immer an der gleichen Stelle entlang der mittleren Maschen.

Jetzt ist der erste Steek erledigt! Alles Folgende sind zusätzliche Möglichkeiten den Steek oder das Kleidungsstück zu beenden. Man kann diese Möglichkeiten an der Maschenprobe üben, wenn nicht, dann wascht und blockt die fertige Maschenprobe und überprüft die Maschen- und Reihenzahl. Jetzt seid ihr fertig und könnt das Projekt starten.

Zusätzliche Schritte:
Wenn das Gestrickt geöffnet ist, kann man die Arbeit beenden, wie bei einer “normalen” Jacke. Maschen entlang der Schnittkante für die Knopfleisten aufnehmen, so wie es in der Anleitung beschrieben ist. Im Falle der Ärmel, die Maschen am Armloch aufnehmen und den Ärmel von oben nach unten beenden. Ihr könnt die Ärmel auch extra stricken und dann einnähen.
Es gibt viele verschiedene Methoden, den Steek von innen zu versäubern. Man kann eine doppelte Knopfleiste stricken, diese zur Hälfte falten und den Steek darin einnähen. auf diese Weise ist er nicht mehr sichtbar.
Wenn keine doppelte Knopfleiste gewünscht wird, kann man auch ein Schrägband von innen dagegen nähen, das überdeckt den Steek von innen. Man kann das mit der Nähmaschine oder mit der Hand machen, beides überdeckt den Steek.
Auch wenn ihr das nicht macht, nach ein paar Wäschen, filzt der Steek ein wenig und wird dadurch etwas sicherer.
Braucht ihr mehr Informationen zum steeken dann lest hier:
  • Knitting Help/Very Pink Knits video Tutorial, Steeking



Verlosung
Unsere letzte Verlosung auf unserem Blog ist schon eine Weile her, aber diesmal hat wieder eine/r unserer Blogleser*Innen die Möglichkeit einen Preis aus unserer 2017/18 Kollektion zu gewinnen. Wir verlosen eine Magma Anleitungsmappe in Navy Hinterlasst einen Kommentar unter diesem Blogbeitrag und erzählt uns, ob ihr dem Steeken eine Chance geben wollt (und wenn ihr es bereits gemacht habt, wie es war). Vergesst nicht eure Ravelry ID oder Email Adresse, damit wie euch im Falle eines Gewinns erreichen können. Den Gewinner geben wir in unserem nächsten Blogbeitrag im März bekannt. Viel Glück!

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Friday, 9 February 2018

Vorratsminimierung in 2018: Optimale Nutzung der Garnvorräte

Wir wissen einige von euch versuchen es mit dem “kalten Schaf”* in 2018, auch wenn ihr nicht dabei seid, wir alle haben passende Garne in unserem Vorrat und wollen die gerne nutzen. In unserem heutigen Blogbeitrag wollen ein wenig darüber reden, wie man Garn aus dem Vorrat nutzen kann. Ein Blick auf Ravelry kann helfen, um das Optimum aus den übrig gebliebenen Garnen heraus zu holen.


Bessere Vorratsminimierung durch Ravelry
Als Erstes werfen wir einen Blick auf einige Hilfsmittel bei Ravelry, das kann helfen, die perfekte Liaison zwischen dem Garnvorrat und der Anleitung zu finden.

Wir empfehlen, sich die Zeit zu nehmen und alle Vorräte bei Ravelry einzustellen - auch die Knäuele die ganz unten in der Schublade liegen! Auch wenn das einen (oder mehrere) Nachmittage braucht, es ist es Wert.

Geht ganz einfach zum “Stash” Knopf in eurem “Notebook” und seht was ihr schon eingegeben habt und nutzt “Add to Stash” und tragt eure Garne ein.


Wenn ihr dann etwas aus einem bestimmten Garn eures Vorrats stricken wollt, klickt auf euren Garneintrag und dann könnt ihr sehen, was schon aus dem gleichen Garn gestrickt wurde. Das kann helfen, die Suche nach der richtigen Anleitung einzuschränken!




Vielleicht beginnt ihr lieber mit der Art des Projektes und findet dann das passende Garn dazu in eurem Vorrat - auch das macht es mit Ravelry leichter! Als Erstes geht zum”Pattern Tab” dann klickt “Pattern Browser” und “Advanced Search”. Jetzt könnt ihr die Variationen wählen: wählt die Art des Projektes (Mütze, Schal, Tuch, Pulli, Socken usw) und dann könnt ihr auf der Seite runter scrollen und klickt im Menue auf “Yarn in my Stash.”




Wenn ihr die Suche nach Anleitungen nach Garnstärke und Menge einschränken wollt (z.B. 1000 Meter mittlere Stärke aus eurem Vorrat), dann wählt die gesetzten Vorgaben und Ravelry findet genau die passenden Anleitungen zum Garn.


Wollmix aus dem Vorrat

Manchmal gibt es eine Vielzahl von Strängen, die alle in unterschiedlichen Gewichten und Faserarten vorkommen - hast du dich jemals gefragt, ob du einige von ihnen zusammen verwenden könntest? Im Allgemeinen möchtest du möglicherweise keine Garne mit sehr unterschiedlichen Faserarten oder -gewichten innerhalb desselben Projekts mischen, da sie das fertige Objekt beeinträchtigen können. Zum Beispiel möchtest du vielleicht nicht Merino-Garn mit einem Baumwollgarn mischen, weil das Merino weich und dehnbar ist und wieder in Form kommt, während die Baumwolle nicht sehr viel nachgibt oder schneller aus der Form gerät. Oder ein gestreiftes Projekt nicht aus einem Sockengarn und einem Garn mittlerer Stärke stricken, da es zwischen den Streifen grosse Abweichungen gibt.

Wie auch immer, vielleicht möchtet ihr mit Garnen verschiedener Stärken experimentieren. Kobuk by Caitlin Hunter ist eine Mütze, die aus verschiedenen Garnstärken, zusammen gestrickt, wunderbar weich und warm wird. Auch Stephen West hat eine Vielzahl an Anleitungen, in denen verschiedene Garnstärken und Wollarten zusammen verarbeitet werden. Auch in seinem letzten Thema “Marled Mania” benutzt er zwei unterschiedliche Garne zusammen, damit er einen bestimmten Effekt erzielt.


Reste

Habt ihr Tonnen von Resten in einer bestimmten Garnstärke? Vielleicht strickt ihr massenhaft Socken und immer bleibt was übrig oder ihr seid Mützenliebhaber und mitteldicke Garnreste liegen rum? Wenn ja, dann zieht die folgenden Projekte in Betracht:

Decken

Es gibt unendliche viele Projekte bei Ravelry, die mit den unterschiedlichsten Garnen gestrickt werden können. Sehr populär z. Zt. sind Decken aus Sockenwollresten. Porbiert Sock Yarn Blanket by Shelly Kang, Memory Blanket by Georgie Nicholson, oder Barn Raising Quilt by Shelley Mackie & Larissa Brown, all das kann aus Sockenwollresten gemacht oder auch an andere Stärken angepasst werden. Eine andere Anleitung, die man im Hinterkopf haben sollte, ist Stephen Wests kostenlose Garter Squish Anleitung. Auch die kann für viele verschieden Garnstärken genutzt werden. Wenn ihr lieber häkelt, dann guckt bei Lucy von Attic24 vorbei, wie viele verschiedene Streifen und Farben in eine Decke passen.

Farbvarianten

Wenn ihr ein wenig abenteuerlustig seid, dann guckt bei den Anleitungen, die Farbvarianten beinhalten, um eure Reste zu verwerten. Das geht am besten mit einfarbigen Resten, aber wir haben auch schon schöne Projekte mit Farbverlaufsgarnen gesehen. In diesem Fall nutzt die Suche, wie oben besprochen und wählt in “Attributes” aus, was euch im “Colorwork folder” gefällt. Dann könnt ihr die Garnstärke hinzufügen und das perfekte Projekt bestimmen.

Aufarbeiten des Vorrats

Wir alle haben diese unfertigen Projekte, ihr wisst schon, die die wir völlig begeistert angeschlagen haben und die jetzt in irgendeinem Projektbeutel vor sich hin siechen, weit weg aus dem Sichtfeld und noch weiter weg aus den Gedanken. Dieses Garn könnte man durchaus für andere Projekte wieder verwenden. Langweilt euch der Pullover, den ihr vor 2 Jahren begonnen habt und jetzt passt er dem Empfänger nicht mehr (hier bei “The knitted Bliss Blog eine gute Anregung). Stricken mit Lacegarnen macht euch nur halb so viel Spass wie ihr anfangs dachtet? Benutzt die o.gen. Anregungen um andere Projekte dafür zu finden, kombiniert eure Garne, nehmt Sockengarne doppelt oder die Anleitungssuche hilft zu neuen Projekten die eure Fantasie anregen. Lasst all eure wunderschönen Garne nicht in der Mülltonne verschwinden!

Wir hoffen das unsere Ideen und Anregungen , wie oben besprochen, aus dem Vorrat zu arbeiten, helfen eure Vorräte optimal zu verarbeiten. Zeigt uns eure Resteprojekte bei Instagram und nutzt den “tag” #knitprodeu. Wir sind schon gespannt was euch eingefallen ist!

*Cold Sheeping: Versuchen, kein neues Garn zu kaufen!

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Friday, 26 January 2018

Wie strickt man die perfekte Maschenprobe für einen Pullover (& warum man es tun sollte)

Maschenprobe sind ein wichtiger und entscheidender Teil des Strickens - jeder, der schon mal einen kompletten Pullover aufgezogen hat wird das bestätigen. Maschenproben gewährleisten die Passform und sind entscheidend, dass das auch nach vielfachem tragen und waschen so bleibt. Das gilt natürlich auch für andere Projekte, aber bei Kleidungsstücken ist es besonders wichtig!

Ein paar Dinge, die man zur Maschenprobe braucht.


Zubehör:
  • Ein multifunktionales Nadelmass, wie KnitPro Nadelmass, es bedeckt die benötigte Fläche, man kann Nadelstärken (für Häkel- und Stricknadeln) ermitteln und es hat einen Fadenabschneider.
  • Garn.
  • Nadeln, bei Maschenproben ist es sinnvoll 3 verschiedene Stärken bereit zu haben,die empfohlene und eine Stärke mehr und weniger.
  • Eine Schüssel.
  • Wasser.
  • Wollwaschmittel (wir haben Allure benutzt).
  • Kleines Handtuch.
  • Blockingmatten.

Maschenprobe arbeiten:


1. Guckt auf die empfohlenen Maschenprobe, dann schlagt ca 1,5x so viele Maschen an wie für 10cm empfohlen. Wenn die Anleitung 20 Maschen für 10cm empfiehlt, dann schlagt 30 Maschen an. Das ergibt genügend Fläche, um eine realistische Grösse zu ermitteln. Die erste und letzte Masche einer Maschenprobe kann etwas unordentlich sein, deshalb werden diese nicht mit gemessen. Wir empfehlen, unbedingt mehr als 10 cm zu arbeiten, denn nur das ergibt eine korrekte Grösse (je grösser desto besser, gerade bei Pullover oder Jacke). Jeder hat einen persönlichen Lauf beim stricken, der sich bei kleinen Maschenproben nicht entwickelt. Da niemand perfekt ist, variiert die Anzahl der Maschen auf 10 cm. Je mehr Zentimeter eine Maschenprobe hat, desto akkurater wird die Berechnung. Wenn man die empfohlene Maschanzahl verdoppelt um so besser ist es.

2. Überprüft die Anleitung, wie das Kleidungsstück gearbeitet wird. Es ist wichtig, die Maschenprobe in der gleichen weise zu erstellen, wie das Strickstück. Glatt rechts gestrickt, bedeutet - eine Reihe rechte Maschen und eine Reihe linke Maschen, in Runden gestrickt, sind es nur rechte Maschen. Die linke Reihe hilft dabei, die korrekte Maschengrösse zu bestimmen und wirkt sich auf die Nadelstärke aus.

Hinweis: Wenn der Pullover in Runden gestrickt wird, ist es sinnvoll mit dem Ärmel zu beginnen. Der Ärmel kann als Maschenprobe dienen. Wenn nach 15 cm + die Grösse stimmt, könnt ihr mit den folgenden Schritten weiter machen, wenn nicht ist es ein leichtes den Ärmel wieder zu trennen. Elizabeth Zimmerman empfiehlt eine Mütze, die zum Pullover passt, als Maschenprobe, aber der Ärmel hilft den Pullover schneller zu beenden.

3. Das ist vielleicht der wichtigste Schritt. Habt ihr Stress? Guckt ihr einen Krimi, Action- oder Horrorfilm? Seid in Eile? All diese Faktoren beeinflussen eure Maschenprobe. Versucht,die Maschenprobe in genau der gleichen Art zu erstellen, wie ihr normalerweise strickt.

4. Schlussendlich strickt die Maschenprobe 1,5 x so gross wie in Schritt 1 empfohlen. Nur genügend Maschen und Reihen ermöglichen eine korrekte Messung. Abketten.

Ausarbeitung der Maschenprobe
1. Einen Schuss Waschmittel in eine Schüssel mit kalten Wasser geben. Die Maschenprobe waschen, wie auch den fertigen Pullover.
2. Maschenprobe aus dem Wasser nehmen und in das Handtuch rollen um das Wasser auszudrücken.


3. Das Probestück flach auf eine Blockingmatte legen und trocknen lassen.
Wichtig: das Probestück nicht blocken oder feststecken.

Ausmessen des Probestücks:
1. Wenn es trocken ist, nehmt euer Mass und legt es flach auf das Strickstück. Nicht strecken oder anderweitig ziehen. Messt die Anzahl der Maschen als auch die Anzahl der Reihen innerhalb der 10 cm Marke. Verschiebt das Mass an verschiedene Stellen und messt erneut, aber die Anschlags- und Abkettreihe nicht mit messen. Auch Randmaschen ergeben keine korrekte Messung.Deshalb ist es wichtig, mehr als 10 cm zu haben und gibt Raum für mehrere Messungen. Messt auch wieviel Maschen ihr auf 12,5 cm habt und notiert die verschiedenen Zahlen.



2. Für ein 10 cm Mass, teilt die Anzahl der maschen und Reihen durch 4. Das Gleiche macht mit dem 12,5 cm Mass, hier müsst ihr durch 5 teilen. Das ergibt dann die Anzahl der Maschen und der Reihen per 2,5 cm. Je grösser das Mass für Reihen und Maschen ist, desto genauer wird eure Maschenprobe. Wenn die Maschenprobe mit der in der Anleitung übereinstimmt, seid ihr fertig!

Hilfe bei Abweichungen:
Wenn eure Maschenprobe zu klein ist (z.B. die Anleitung sagt 4 Maschen auf 2,5 cm und ihr habt mehr als 4), versucht es mit einer Nadelstärke mehr. Wenn die Maschenprobe zu gross ist (Anleitung sagt 4 Maschen, ihr habt aber weniger), dann versucht es mit einer Nadelstärke weniger.

Hinweis: Wenn das mit der Nadelstärke nicht klappt, probiert andere Nadeln. Metallnadeln sind oft sehr rutschig, Plastik rutschen schwieriger, Holz und Bambus können ein wenig “kleben”. Manchmal sind zu grosse Maschenproben mit Metallnadeln, perfekt in der gleichen Nadelstärke mit Bambusnadeln. Spielt mit den verschiedenen Nadeltypen und guckt wie die Maschenprobe sich verändert. Jede/r Stricker*in ist anders!

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